Münchengosserstädt


Höhe: 238 m ü. NN
Koordinaten: 51 ° 2' 35" N, 11 ° 39' 39" 0
Einwohner: 242 (2022)
Eingemeindung: 01. Januar 2020 nach Bad Sulza im
Freistaat Thüringen
Postleitzahl: 99518
Vorwahl: 036421

Lage von Münchengosserstädt

Münchengosserstädt liegt am östlichen Rand der IlmSaale-Platte in der Erosionsrinne eines früheren Baches, der in die Saale mündete. In diesem kleinen Tal verläuft auch teilweise die Landesstraße 1059 nach Camburg. Am Rand liegen die bewaldeten und steilen Anhöhen des linken Saalehangs.

Geschichte

Die Gemeinde zeigt im Museum im Pfarrhaus die Kopie einer Urkunde von König Otto 1. mit Erstnennung im Jahre 957. So beging Münchengosserstädt den 1000. Jahrestag seiner sicheren urkundlichen Erwähnung im Jahre 1957 und den 1050. Jahrestag 2007. Eine Gedenktafel an der Alten Schule zeigt entsprechend die Inschrift: ,,1050 Jahre Münchengosserstädt. 957 - 2007." Am oberen Ortsrand, oberhalb der Kirche befindet sich ein Rittergut, dass von der Familie von Münch bis 1799 bewohnt wurde. 1239 wurde Conrad von Gozerstede als Gutsherr genannt. Ab 1368 wurde das Dorf als „Nedirngosserstädt" abgrenzend zum benachbarten (und später zur Wüstung gewordenen) Obergosserstädt benannt. 1632 hieß der Ort nach dem Besitzer von Dorf und Gut: zunächst Mönchen-, dann Münchengosserstädt. 1634 (eher 1633), zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, brannten ein Teil des Ortes und die Kirche ab. Von 1787 bis 1800 war Karl Christoph Förster Pfarrer in Münchengosserstädt. 1791 und 1800 wurden seine beiden bekannten Söhne "Friedrich Christoph" (Dichter und Teilnehmer an den Befreiungskriegen 1813 - 1815) und "Ernst Joachim" (Maler und kunsthistorischer Schriftsteller) geboren.

Münchengosserstädt gehörte zum wettinischen Amt Camburg (im Volksmund noch heute "Grafschaft Camburg" genannt), welches aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens unter der Hoheit verschiedener Albertinischer und Ernestinischer Herzogtümer stand. 1826 kam Münchengosserstädt als Teil der Exklave Camburg vom Herzogtum SachsenGotha-Altenburg zum Herzogtum SachsenMeiningen. Von 1922 bis 1939 gehörte der Ort zur Kreisabteilung Camburg, danach zu Stadtroda, im Anschluss zu Jena und ab 1952 zu Apolda im Bezirk Erfurt.

Sehenswürdigkeiten

Dorfkirche MünchengosserstädtDie Dorfkirche wurde bereits 1219 schriftlich genannt. Die ältesten Teile stammen aus dem 12. Jahrhundert. Die romanische Saalkirche mit Chor und Apsis wurde nach einem verheerenden Brand1634 in den Jahren 1643-1646 teilweise und erst 1713/14 ganz wiederaufgebaut. Der Chor wurde mit einem Turmaufsatz versehen. Der Rittergutsbesitzer von Münch trug Kirchturmdach, Glocke und Turmuhr bei. Fenster, Türöffnungen und Stützpfeiler am Turm sind jünger. Die Ausstattung stammt aus dem 17./18. Jahrhundert. Das hölzerne Tonnengewölbe liegt über dreiseitiger, zweigeschossiger Empore. Der Kanzelaltar zeigt volkstümliche Schnitzfiguren. Die Kirche beherbergt eine nahezu original erhaltene Peternell-Orgel von 1852. In und um die Kirche finden Kulturveranstaltungen von Vorträgen über Schauspiel, Operngala bis hin zu Rock, Pop- und Folkkonzerten statt. Der Turm beherbergt neben zwei Turmfalkennestern auch eine Schleiereule.

(Bild von Wikswat - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20155823)

 


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Das Pfarrhaus wurde ca. 1610 zum Wohnhaus umgebaut und beherbergt seit 2003 ein liebevoll gestaltetes Museum für die Familie Förster insbesondere die hier geborenen Pfarrersöhne Friedrich Christoph und Ernst Joachim sowie eine Ausstellung zur Dorfgeschichte und einen Raum, der die Lebensumwelt der Siebenbürger Sachsen einschließlich ihrer Trachten zeigt.

(Bild von Wikswat - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20223267)

 


Rittergut
Das Rittergut befindet sich oberhalb des Dorfplatzes und der Kirche.

(Bild von Wikswat - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20155869)

 


GedenktafelnDie Gedenktafeln für die Opfer der Weltkriege befinden sich am oberen Dorfplatz vor der Kirche.

 


MueGo EibeHinter dem Eingang zum Kirchgarten, dem früheren Friedhof, befindet sich eine mehrere hundert Jahre alte Eibe

 


FriedenslindeDie Friedenslinde in der Mitte des Kirchgartens wurde 1871 gepflanzt und lädt mit ihrer mächtigen Krone zum verweilen ein.
Im Schatten der Friedenslinde befindet sich ein Soldatengrab für einen am 11. April 1945 im Ort gefallenen deutschen Hauptmann.

 


MeuleDie Gosserschter Meule ist ein Fabelwesen - halb Mesch halb Eule. Sie lebt im Kirchturm der Dorfkirche. Sie soll ca. 1,65 m groß sein. Der Oberkörper ist gefiedert mit Flügeln. Sie hat einen Kopf mit Menschengesicht. Ebenso hat sie einen menschlichen Unterkörper

 


Gosserschter StundenfelgeOberhalb der Kirchturmzwiebel befindet sich eine Besonderheit – die "Gosserschter Stundenfelge". Das Schlagwerk der Turmuhr in Münchengosserstädt schlägt keine Glocke, sondern eine Felge an. Die Felge stammt von einem LKW IFA S4000 und wurde 1979 durch den Ortsbewohner Jürgen Seiferth zur Glocke umgearbeitet Der Klang entspricht einer Stahlgussglocke mit dem Ton FIS.

 

Vereine

  • Burschen- und Heimatverein aus dem 19. Jahrhundert. Er existierte bis 1945 und wurde als Kultur- und Heimatverein 1993 (wieder-)gegründet .
  • Feuerwehrverein

Feste

  • Pfingstfest: wird seit Jahrhunderten festlich über 3 Tage mit den Butzemännern und dem traditionellen Rasieren begangen.
  • Kirmes im November, Hammelkegeln, Maibaumsetzen

 

Persönlichkeiten

  • Carl Christoph Förster, geboren 1751 in Altenburg, Pfarrer in Münchengosserstädt, Dichter geistlicher Lieder, Vater der beiden folgenden Söhne.
  • Friedrich Christoph Förster, Dichter und Teilnehmer an den Befreiungskriegen, wurde am 24. September 1791 im Pfarrhaus zu Münchengosserstädt geboren.
  • Ernst Joachim Förster, deutscher Maler und kunsthistorischer Schriftsteller, Bruder von Friedrich Christoph Förster, wurde am 8. April 1800 in Münchengosserstädt geboren.
  • Rudolf Scheller, (* 12. Mai 1822 in Hildburghausen; † 14. Januar 1900 in Münchengosserstädt)
    war ein deutscher Apotheker und Lebensmittelfabrikant. Er entwickelte 1870/71 als Erster die Herstellung von Trockensuppen, die er ab 1872 fabrikmäßig produzierte. Rudolf Scheller verbrachte seinen Ruhestand in Münchengosserstädt, wo sein Sohn Arndt ab 1896 Pfarrer war.
  • Karl Koch meldete um 1910 ein Gebrauchsmuster an "Für Einlagen beliebiger Stärke passender Umschlagdeckel". Er könnte so der Erfinder des Ordners sein.

Literatur

  • Festschrift "1000 Jahre Münchengosserstädt" und Festschrift "1050 Jahre Münchengosserstädt",
  • "Försterbrüder - Saaleplatte"

 

Einzelnachweise

  • Carl Hölzer, Reinhardt Myritz, Ewald Eichhorn.

Quelle

Kontakt

  • Ev. Kirchgemeinde Dorndorf (Saale)
    Bürgelsche Str. 10, 07774-Dorndorf-Steudnitz
    Tel.: (036427) 22469, Fax: (036427) 75626
    E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen BundestagesGefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages unter Trägerschaft des DVAEnergieversorgung Apolda